Mit viel Fantasie, Kreativität und Freude am Schreiben sind dabei ganz unterschiedliche Märchen entstanden. Manche Geschichten greifen die bekannten Handlungen auf und führen sie spannend weiter, andere überraschen mit völlig neuen Ideen und unerwarteten Begegnungen. Wir freuen uns sehr, Ihnen und euch an dieser Stelle eine Auswahl dieser gelungenen (Fortsetzungs-)Märchen präsentieren zu können. Viel Freude beim Lesen und Eintauchen in die Märchenwelten unserer fünften Klasse!

Der verzauberte Zwerg
In einem kleinen Dorf lebten einst drei fleißige Zwerge, die in einer Bäckerei arbeiteten. Eines Morgens bekamen sie von einer seltsam gekleideten Frau ein Rezept für ein besonderes Brot. Verwundert schauten die Zwerge auf das Rezept. Der Teig bestand aus zehn abgezwickten Fingernägeln, einem halben Sack Zauberwaldrock, den Tränen einer Königin, zwei Froschzehen und einer Prise Mehl.
„Zum Glück habe ich gestern noch die Froschzehen besorgt!“, sagte der jüngste Zwerg, während sie damit begannen, den Teig zuzubereiten. Eine Stunde später holten sie das frisch gebackene Brot aus dem Ofen. Der älteste Zwerg probierte sofort ein Stück davon. Genüsslich kaute er darauf herum, bis plötzlich etwas Seltsames geschah …
Plötzlich war der ältere Zwerg so groß wie eine Tomate. Alle starrten den Zwerg mit großen Augen an. Ganz viele Zwerge waren traurig und auch wütend, dass der ältere Zwerg das Stück probiert hatte. Der ältere Zwerg war auch sehr traurig darüber. Und weil er so groß war, passte er nicht mehr ins Haus. Also musste der ältere Zwerg draußen schlafen. Jede Nacht fürchtete sich der ältere Zwerg sehr.
Eines Tages sagte der Zwerg: „Ali, ich habe eine Idee für dich. Wir bauen eine Hütte, damit du ein Dach über dem Kopf hast.“ Das fand der ältere Zwerg so toll, dass er einen Freudentanz machte. Alle Zwerge waren einverstanden und halfen beim Bauen und Anmalen der Hütte. Am nächsten Tag war die Hütte fertig. Alle freuten sich sehr. Ganz besonders natürlich der ältere Zwerg.
Aber es gab ja noch ein Problem, und zwar, dass der Zwerg so groß wie eine Tomate war. Also suchten sie nach der verkleideten Frau, bis sie die Frau endlich nach 3 Stunden sahen. Sie erzählten ihr alles, und sie verstand es. Sie sagte, dass sie nach einer Pflanze namens Salbei-Blume suchen mussten. Die Zwerge wollten natürlich wissen, wo die Pflanze wächst. Die Frau sagte: „Gar nicht weit von hier. Ich zeige sie euch.“ Und sie gingen dorthin, wo sie wuchs.
Als sie ankamen, sagte die Frau, dass der ältere Zwerg daran riechen sollte und dass alle ein paar Meter Abstand halten sollten, damit sie nicht noch kleiner wurden. Also probierte der ältere Zwerg es, und nichts geschah. Auf einmal passierte es doch, und blitzschnell war er wieder normal. Alle freuten sich mit ihm und feierten ein großes Fest. Und der Zwerg konnte wieder zurück in sein Haus, und die Hütte blieb leer.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Autorin: Sarah

 

Der verschwundene Prinz
Es waren einmal ein Prinz und eine Prinzessin, die in einem Schloss lebten.
Sie verbrachten Tag für Tag in dem Schloss, bis sie eines Tages in den Wald gingen.
Plötzlich sahen sie eine magische Tür. Auf der Tür war ein Bild von einem Schlüssel.
Die Prinzessin sagte: „Ich glaube, wir müssen den Schlüssel finden!“
Der Prinz antwortete: „Ja, genau, lass uns ihn suchen!“
Dann gingen sie weiter und fanden etwas Strahlendes, doch es war nicht der Schlüssel.
Plötzlich sahen sie einen Esel mit einem Schlüssel an einer Kette. Sie gingen zu dem Esel und fragten: „Dürfen wir diesen Schlüssel bitte haben?“
Der Esel antwortete: „Ja, aber bringt ihn mir bitte wieder zurück!“
Dann gingen sie wieder zurück. Der Prinz rief: „Ich möchte als Erstes hinein!“
Er ging hinein, doch plötzlich schloss sich die Tür. Die Prinzessin öffnete sie wieder, aber der Prinz war verschwunden.
Die Prinzessin stotterte: „Jetzt habe ich Angst!“ Sie rief ihn siebenmal, aber er kam nicht zurück. Sie lief allein zum Schloss und war sehr traurig.
Eines Tages kam Besuch zum Schloss. Die Prinzessin fragte sich: „Wer kann das wohl sein?“
Sie rief: „Mama, wer ist da?“
Die Mutter antwortete: „Ein Freund von dir und ein Esel.“
Die Prinzessin freute sich: „Ja, mein Prinz ist wieder da!“
Sie waren so froh, dass sie bis an ihr Lebensende zusammen blieben. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Autorin: Christiana